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CERN – hak has fk stellt einzige Teilnehmerin aus den kaufmännischen Schulen

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Zum ersten Mal wurde es durch eine Kooperation vom CERN mit der Universität Wien möglich, Schülerinnen und Schülern von höheren Schulen zu einem Internship nach Genf zu schicken.

Einzige HAK-Schülerin kommt aus Feldkirch

Jeweils 12 Plätze für Schülerinnen und Schüler aus Gymnasien und aus den Berufsbildenenden Höheren Schulen waren für das Programm zugelassen. Neben Schülerinnen und Schülern aus diversen Gymnasien und Höheren Technischen Lehranstalten konnte auch Nathalie HEIDE als einzige Schülerin einer Handelsakademie den Sprung in das Programm schaffen.

Jugendliche für die Naturwissenschaften begeistern

Das High-School Students Internship Programme" (HSSIP), so der offizielle Name, hat sich zum Ziel gestellt, einen intensiven Einblick in aktuelle Forschung und Entwicklung in den Bereichen Physik, Informationstechnologie, Ingenieurswissenschaften und Wissenschaftskommunikation zu gewähren. Damit soll vor allem das Interesse von jungen Menschen an den Naturwissenschaften, den Zukunftswissenschaften, geweckt werden.

Langwieriger Bewerbungsprozess

Nach einem langwierigen und selektiven Bewerbungsprozess war es dann soweit: Vom

20. Oktober bis 2. November 2019 durfte Natalie HEIDE nach Genf fahren. Begleitet wurde sie von einem Maturantin aus dem Gymnasium Schillerstraße, der zweiten Teilnehmerin aus dem Ländle. Über ihre Erwartungen und Ängste, aber auch die Erfahrungen und Eindrücke berichtet sie aber gerne selbst:

Mein CERN-Praktikum

Vom 20.Oktober bis 02.November 2019 durfte ich in einem der weltweit bekanntesten Forschungsinstituten ein Praktikum absolvieren.

Was für eine Ehre! Ich bin Natalie aus der 3. Klasse der Handelsakademie im Schwerpunkt Französisch, hatte schon seit klein auf ein riesen Interesse an Naturwissenschaften und durfte für zwei Wochen mit Doktoren arbeiten.

Schon im Jänner 2019 hatte Direktor Weber meine 8-seitige Bewerbung zur Universität in Wien verschickt, samt seiner und Frau Auers Empfehlungsschreiben. Vier qualvolle Monate später bekam ich endlich die Zusage in die Schweiz fahren zu dürfen und zu leben wie ein Physiker.

Wir hatten einen sehr kompakten Zeitplan. Als erstes wurden wir einem theoretischen Physiker (Michael Doser), der sich mit Antimaterie befasst, und einem sehr witzigen, redseligem Physiker (Jeff Wiener) vorgestellt.

Wir bekamen am zweiten Tag unsere Karte, mit der wir Zugang ins CERN hatten. Man stelle sich vor, ich hatte für zwei Wochen einen Diplomatenstatus! Wir hatten eine Schnitzeljagd durchs CERN und viele Rundgänge. Was für ein Glück, dass dieses Jahr der große Shutdown war. Somit konnten wir Detektoren, die 40 Meter lang und breit und eigentlich, wenn sie in Betrieb sind, radioaktiv bestrahlt waren, beobachten. Überall hingen Warnschilder: „Radioactive", „High magnetic field" usw. Sicherheitsvorschriften sahen vor, dass jeder einen Dosimeter tragen musste. Damit könnte man noch Jahre danach beweisen, dass wir nicht kontaminiert waren bzw. radioaktiv verstrahlt wurden.

Wir mussten auch Kurse im Internet belegen. Dort ging es um Cyber Security, Radioactivity, und noch mehr. Bei meinem Projekt durfte ich an einer Website mit einer Schülerin aus der Steiermark arbeiten. Ich muss noch dazu sagen, ich war im ganzen Team von 22 Schülern die einzige aus einer Handelsakademie! Andere waren aus Hochbegabtenschulen, Gymnasien oder HTLs und die meisten maturieren schon Ende dieses Schuljahres.

Selbst wenn ich nicht so viel in der Schule über Physik lernte, konnte meine Motivation mir dazu verhelfen, mit den anderen zu reden und genauso schnell zu verstehen. Unsere Supervisors Beatrice (Bio-Chemikerin) und Anastasios (wir nannten ihn Tassos, Physiker) waren aus zwei verschiedenen CERN-Teams/Projekten: Vito und Collaps.

Wir beschäftigten uns mit Laser Spektroskopie. Hier wollte man herausfinden, welche Form und Größe der Kern des Atoms hat. Das half uns zu verstehen, ob Teilchen eine bevorzugte Richtung haben. (Sonst würde alles in jede Richtung fliegen, wir sehen jedoch, es gab den Urknall und wir werden vom Erdkern angezogen.) Ein zusätzlicher, wichtiger Aspekt war die Krebsforschung. Wenn man wusste, wie der Kern aufgebaut ist, konnte man anschließend die Teilchen in DNA setzen und erneut die Form, Größe und Aufbau untersuchen. So wusste man, wie welches Element bei geschädigtem und gesundem Gewebe reagiert. Schließlich soll der Krebs absterben, nicht das gesunde Gewebe des Patienten.

Unsere Website müsste bald online sein, meine Kollegin und ich wurden von Collaps mit Freude sogar im Team aufgenommen. Wir sind in den News mit einem schönen Teamfoto und stehen ganz unten als Designer der Website mit unserem Namen. Es war sehr inspirierend mit so motivierten und gebildeten Jugendlichen zu diskutieren und mit Doktoren oder auch angehenden Doktoren zu arbeiten. Ich bin so froh „meine" Chance ergriffen zu haben, denn auf diese Erfahrung kann ich mein Leben lang zurückschauen.

Seit ich klein war, hatte ich Angst, mein Beruf könnte mir zu langweilig werden. So wie es Jeff sagt: „Es gibt noch so viel Unbekanntes, so viele Nobelpreise zu gewinnen und Sektflaschen zu öffnen. Wir haben noch sehr viel, dass wir tun können." Mit meinem Supervisor Tassos stehe ich immer noch in Kontakt und wir konnten sogar Herr Doser, der seit Jahrzehnten forscht, soweit aus der Fassung bringen, dass er unbedingt wieder österreichische Austauschschüler betreuen möchte.

Nun habe ich Doktoren als Freunde und ein wunderbares Erlebnis, dass meinen Lebenslauf bereichert.

Hiermit möchte ich alle dazu motivieren, ihre Chancen zu nutzen und so produktiv wie möglich zu sein, so wie ich es vom Austauschteam mitbekam. „Lieber sehe ich alles und muss mich bemühen, als dass ich nur faul bleibe und nichts erreiche." Bei allen involvierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom CERN, der Universität Wien und an der hak has fk möchte ich mich für die Unterstützung und die Chance, die ich bekommen habe, bedanken.

Natalie Heide, 3ak

Weiterführende Informationen:

http://jaeurope.org/events-list/upcoming-events.html

https://www.un.org/sustainabledevelopment/sustainable-development-goals/

http://hak-feldkirch.at

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