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Erinnern Sie sich noch? Schillinge gegen Lira, Deutsche Mark, spanische Peseta oder gegen den Franc tauschen und dabei hohe Wechselgebühren an die Bank zahlen? Um ein Arbeitsvisum in einem anderen Land ansuchen oder um eine Aufenthaltsbewilligung ansuchen? Und weiters: Werden die Menschenrechte überall auf der Welt gleich anerkannt wie in der EU – Stichwort: Todesstrafe in den USA? Kinderarbeit in China? Könnten wir die in einem deutschen Webshop gekaufte Ware so einfach wieder zurückschicken, wenn wir keine EU hätten – Stichwort: Zölle, Versandkosten, Wechselkurse?

Diese und viele andere Punkte konnten die Schülerinnen und Schüler der 2. und 3. Jahrgänge im Rahmen einer EU-Ausstellung an unserer Schule klassenweise mit dem Referenten und Geschäftsführer der Vorarlberger Volkswirtschaftlichen Gesellschaft (VVG), Herrn Michael Haim, MAS, am 29. und am 31.1. in einem lebhaften Gedankenaustausch ausdiskutieren.

Dabei wurde den Zuhörern bald klar: die vielen Vorteile, von denen wir heute alle so selbstverständlich als EU-Bürger profitieren, haben auch ihren Preis: Es erfordert Mut und Entschlossenheit, die eigene und die Zukunft unserer Nachkommen zu gestalten. Jede Entscheidung, die wir treffen (z.B. bei der Wahl des Europaparlaments im Mai dieses Jahres) hat auch ihre Konsequenzen. Und: Viele der Vorteile der EU mussten erst einmal über Jahrzehnte hinweg in vielen Verhandlungsmarathons zwischen den einzelnen Staaten ausgehandelt werden und sind nicht so einfach von heute auf morgen entstanden.

Der Referent sprach aber auch die Nachteile der EU an: Überschuldung, Flüchtlingskrise, Steuerschlupflöcher für große Unternehmen etc. Diese Nachteile schaden dem Image der EU und provozieren zum Teil auch nationale Alleingänge wie z.B. ganz aktuell den Brexit. Seine klare Aussage: es gibt derzeit absolut Verbesserungspotential in der EU und man muss (und darf) nicht mit allem zufrieden sein, was man derzeit von den EU-Politikern geboten bekommt. Unser aller aktives Handeln ist gefordert (der Referent brachte als Beispiel das AKW Zwentendorf, welches seinerzeit trotz seiner Fertigstellung nach einem „aktiven Aufstand der Bevölkerung" von den damaligen Politikern nie in Betrieb genommen werden konnte, was Österreich damit zu einem atomfreien Staat machte).

Vieles hätte es am Ende der Stunden noch zu diskutieren gegeben...

Vielen Dank der Vorarlberger Volkswirtschaftlichen Gesellschaft und vor allem dem Referenten, Herrn Michael Haim, für den spannenden und interessanten Vortrag!